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Kabinettstück August 2021

Riegelhaube in Gold

Je nach den finanziellen Verhältnissen trugen Frauen aller Altersgruppen in weiten Teilen Bayerns goldene, silberne oder schwarze Riegelhauben zum Miedergewand, Kasettl oder zu anderen biedermeierlichen Kleidern. Goldene Hauben waren am teuersten und hatten in der Qualität des Materials wiederum Abstufungen. Manche Hauben sind komplett mit Ornamenten bedeckt, die aus tausenden einzeln auf Pappe festgenähten Boulliondrähten bestehen. Bei anderen wurden als Untergrund geschickt goldfarbene Stoffe eingesetzt, um die sparsamer verwendeten leonischen Waren möglichst effektvoll wirken zu lassen.


Abbildung:
Riegelhaube, München, Mitte 19. Jahrhundert
Leonische Ware, Pailletten, Mischgewebe, umsponnener Eisendraht, Spitze, Baumwolle
Fotografie Dirk Tacke
Sammlung Bezirk Oberbayern, Zentrum für Trachtengewand

Ka·bi·nett·stück
Substantiv [das]

1. sehr geschicktes, erfolgreiches Handeln
2. besonders schöner, wertvoller Gegenstand

Das sogenannte Kabinettstück kann entweder ein ungewöhnlich geschicktes und erfolgreiches Handeln sein oder ein besonders schöner und wertvoller Gegenstand. Die zweite Definition trifft auf abertausende Exponate aus den Sammlungen des Zentrums für Trachtengewand zu. Ob Kleidungsstücke, Accessoires, Fotografien, Grafiken oder Bücher – in Benediktbeuern besitzt der Bezirk Oberbayern einen Schatz aus über drei Jahrhunderten. Um einen Einblick in die reichen Bestände zu geben, stellen wir jeden Monat ein Kabinettstück vor. Dabei können Materialien, die Seltenheit, das Muster oder die Geschichte hinter den Originalstücken im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung und Veröffentlichung unserer Sammlungen im Netz ist eine groß angelegte Arbeit, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Einen Vorgeschmack auf dieses Zukunftsprojekt bietet das monatlich präsentierte Kabinettstück.

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